Anmerkungen

Vorwort

1Mahoney, Michael Sean; Thomas Haigh (Ed.): Histories of Computing. 1st Edition. Harvard University Press, 2011.

2Zu empfehlen ist etwa das Buch von Thomas Haigh, Mark Priestley und Crispin Rope: ENIAC in Action: Making and Remaking the Modern Computer. The MIT Press, 2016.

3Beispielsweise Katie Hafner, Matthew Lyon: Where Wizards Stay Up Late: The Origins Of The Internet. Simon & Schuster Paperbacks, 1996.

4Tognazzini, Bruce: Tog on Interface. Boston, MA. Addison-Wesley Longman Publishing Co. Inc., 1992.

Vom ENIAC zum Minicomputer

1Der Unterschied zwischen Elektrik und Elektronik ist nicht vollständig klar. Von Elektronik spricht man üblicherweise dann, wenn Halbleiterelemente wie z.B. Dioden oder Transistoren oder Elektronenröhren Verwendung finden. Relais nennt man elektromechanisch, denn in ihnen dient ein durch elektrischen Strom erzeugtes Magnetfeld (Elektrik) dazu, einen Schaltkontakt zu schließen (Mechanik).

2Da Zuse die Z3 und Z4 während des Zweiten Weltkriegs entwickelte und Papier Mangelware war, verwendete er kurzerhand ausgediente Kinofilme. Das Prinzip der zeilenweisen Lochung war jedoch genau das Gleiche wie bei späteren Papierlochstreifen.

3Bedienungsanweisung für Zuse Z4, verfasst am Institut für angewandte Mathematik der ETH Zürich, Sommersemester 1952, ETH-Bibliothek Zürich, http://dx.doi.org/10.7891/e-manuscripta-98601

4Rechenpläne für das Rechengerät V4, Dipl.-Ing. K. Zuse, ca. 1945. Verfügbar in Deutsches Museum Digital.

5Sie können die Funktionsweise von Unterprogrammen in der Z4 in einem detaillierten Artikel von Raúl Rojas nachlesen: Rojas, Raúl: Konrad Zuse und der bedingte Sprung. Informatik-Spektrum, Februar 2014, Volume 37, Issue 1, pp 50–53.

6Ob es sich beim ENIAC um einen Stored Program Computer handelte oder nicht, ist immer noch Gegenstand von Diskussionen, denn der ENIAC verfügte auch nach dem Umbau nicht über einen beschreibbaren Speicher, aus dem heraus das Programm ablief. Das Programm bestand vielmehr aus Stellelementen, bei denen Zahlen für die Programmbefehle standen. Ein Sprung an eine Programmstelle war möglich und das Austauschen eines Programms bedeutete nun das Anklemmen anderer Stellelemente.

7Das Programm, das die aus Mnemonics bestehende Sprache in vom Rechner ausführbaren Binärcode umwandelt, wird Assembler genannt. Im deutschen Sprachgebrauch ist es üblich, auch die Sprache und das in ihr beschriebene Programm Assembler zu nennen. Im Englischen hingegen ist hier von “assembly language” und “assembly code” die Rede.

8Von Neumann, John: First Draft of a Report on the EDVAC. IEEE Annals of the History of Computing, 1993, Vol. 15, No. 4. pp 27-75.

9„inforum“ des Hochschulrechenzentrums der Universität Münster, Ausgaben April und Juli 1977, abrufbar unter www.uni-muenster.de/ZIV/inforum.

10Quelle: „inforum“ des Hochschulrechenzentrums der Universität Münster, April und Juli 1977.

11Um das Beispiel einfach zu halten, wird an dieser Stelle statt eines tatsächlichen Assembler-Codes eines frühen Computers der Befehlssatz einer Random Access Machine verwendet, wie sie z.B. in „Theoretische Informatik“ von Norbert Blum beschrieben wird. (Blum, Norbert: Theoretische Informatik: Eine anwendungsorientierte Einführung. De Gruyter, 2001)

12Die erste Version von Fortran erschien 1957. Erst die 1966er-Version verfügte allerdings über das „logical IF statement“, das hier verwendet wird. Frühere Versionen konnten lediglich darauf überprüfen, ob eine Zahl kleiner, größer oder gleich Null ist und in Abhängigkeit davon Sprungmarken im Programm anspringen. Dieses Konstrukt war noch sehr nah an der internen Funktionsweise der Computer, auf denen die Sprache Anwendung fand.

13„Flurbereinigung“ bedeutet, dass durch Erbvorgänge zerstückelte landwirtschaftliche Flächen neu zugeschnitten werden, sodass einzelne Landwirte wenige, größere und zusammenhängende Flächen gleicher Art und Güte erhalten.

14Reference Manual IBM 1401 Data Processing System. IBM. 1962.

15Programming for the UNIVAC Fac-tronic System, Remington RAND, Januar 1953.

16Wilkes, Maurice Vincent: Time-Sharing Computer Systems. Third Edition. London/New York. MacDonald & Co./Elsevier Science Inc. 1975. Seite 8.

17Shneiderman, Ben. Direct Manipulation: A Step Beyond Programming Languages. In: ACM SIGSOC Bulletin. ACM, 1981. S. 143.

18Ein ganzer Teilbereich der Informatik beschäftigt sich damit, Algorithmen (Rechenvorschriften) zu entwickeln, mit denen eine Berechnung nicht nur überhaupt möglich sind, sondern die auch möglichst zügig abgearbeitet werden können.

19Da PDP für Programmable Data Processor steht, müsste es eigentlich „der PDP“ heißen. Es hat sich aber eingebürgert, „die PDP“ zu sagen.

20Beispiel übernommen aus „DEC’s FOCAL 1969 Promotional Booklet

Persönliche Computer

1In der Praxis sieht es mit der Kompatibilität manchmal nicht so gut aus. Ein Problem ist beispielsweise die Geschwindigkeit heutiger Prozessoren und die Art und Weise, wie 1981 programmiert wurde. Manches Programm der Zeit war für die damalige Verarbeitungsgeschwindigkeit eines Intel 8088 mit 4,77 MHz ausgelegt und ist nicht dafür gewappnet, auf schnelleren Maschinen zu laufen. Auf heutigen Computern ausgeführt, läuft sie dann einige tausend Mal schneller, was sie in manchen Fällen schlicht unbedienbar macht.

2Dass heute auch viele Server auf PC-Architektur basieren und PCs damit auch zu Time-Sharing-Systemen geworden sind, braucht uns an dieser Stelle nicht zu interessieren, denn diese Entwicklung geschah erst viel später und war kein Entwicklungsfaktor in der Frühzeit der PC-Geschichte.

3Ich verwende die damals übliche und auch heute oft verwendete Angabe Kilobyte (KB) für 1024 Byte. Genaugenommen ist das nicht (mehr) korrekt. 1998 wurde diese Einheit in Kibibyte (KiB) umbenannt. Das Kilobyte entspricht demnach nun, dem internationalen Größensystem entsprechend, genau 1000 Byte.

4Es gab sogar ein Time-Sharing-BASIC für den Altair, mit dem bis zu vier an den Rechner angeschlossene Fernschreiber oder Terminals gleichzeitig bedient werden konnten.

5Die Verwendung eines Interpreters bedeutete, dass ein BASIC-Programm vor seiner Ausführung nicht erst in Maschinencode übersetzt wurde, sondern dass das BASIC-System die hochsprachlichen Befehle selbst auswertete und entsprechend reagierte. Die Konsequenz aus dieser Design-Entscheidung war, dass BASIC-Programme im Vergleich zu Programmen, die in anderen Programmiersprachen entwickelt wurden, recht langsam abliefen.

6Modelle wie der Apple IIc und der Apple IIGS sind mir bekannt, liefern für meine Überlegungen hier aber keine weiteren Erkenntnisse. Ich lasse sie daher an dieser Stelle außen vor.

7Ich mache diese persönliche Bemerkung nicht als Apple-Hasser. Ich nutze seit vielen Jahren Apple-Geräte, wundere mich aber doch sehr oft über die Überhöhung der Firma – sowohl was die glorreiche Vergangenheit als auch die aktuellen Entwicklungen angeht.

8Die Farbwiedergabe unterschied sich je nachdem, ob ein RGB-Monitor oder ein Fernseher angeschlossen wurde. Bei Wiedergabe auf einem Fernseher, zum Beispiel für ein Spiel, standen, zumindest in den USA, durch Tricks mehr Farben zur Verfügung, allerdings litt die Lesbarkeit von Text. Die technischen Details kann ich an dieser Stelle nicht erläutern, sie führten erheblich zu weit. Wenn Sie das Thema interessiert, schauen Sie sich bei YouTube die Videos vom „8 Bit Guy“ zu diesem Thema an.

9Der Commodore 64 war in Deutschland, den USA und vielen anderen Ländern der meistverbreitete Heimcomputer. In Großbritannien, wo es mit Sinclair, Amstrad und Acorn eine starke, eigene Heimcomputerindustrie gab, war der C64 nur einer von vielen.

10English, William K., Douglas C. Engelbart, Bonnie Huddart: Computer-Aided Display Control. Final Report, 1965, Contract NASl-3988, SRI Project 5061.1.

11English, William K., Douglas C. Engelbart, Bonnie Huddart: Computer-Aided Display Control. Final Report, 1965, Contract NASl-3988, SRI Project 5061.1.

12Thacker, Charles P., Edward M. McCreight: ALTO: A Personal Computer System. Xerox Palo Alto Research Center. 1974

13So ganz stimmt das nicht, denn am PARC wurde von Alan Kay das Konzept des Dynabook entwickelt, einem Tablet-Computer, der sich explizit an Kinder richtete. Es ist eines der unzähligen Konzepte des PARC, das ich hier nicht erklären kann. Seine spannende Arbeit ist im Internet verfügbar: Kay, Alan C.: A personal computer for children of all ages. Proceedings of the ACM annual conference-Volume 1. ACM, 1972.

14Tesler, Larry; Timothy Mott: GYPSY: The GINN Typescript System. Xerox PARC. 1975

15Wie genau mit Model-View-Controller spezifiziert ist, hat sich im Laufe der Zeit verändert. Verallgemeinert kann man sagen, dass es sich um eine Aufgabentrennung in der Programmstruktur handelt. Das Modell, also die Daten und mit ihnen verbundene Logik werden von der Programmlogik, dem Controller, und der Nutzungsschnittstelle, der View getrennt. Durch diese Trennung werden Programme modular. Man kann bei einer Buchhaltungssoftware zum Beispiel Aktualisierungen im Berechnungsmodul machen, ohne die Darstellung zu ändern, oder auch mehrere verschiedene Nutzungsoberflächen anbieten, die die gleiche Berechnungslogik im Hintergrund verwenden.

16Es handelt sich also um Schwarz-Weiß-Grafik im engsten Sinne. Ein Pixel war entweder schwarz oder weiß. Es gab nicht nur keine Farbdarstellung, sondern auch keine Graustufen.

17Das voll-integrierte Konzept wurde dem Star später zum Nachteil, denn es war, im Gegensatz zum Alto, beim Star nicht ohne Weiteres möglich, Software zu ergänzen oder zu aktualisieren. Es gab dadurch keinen Software-Markt, bei dem Software mit grundsätzlich ähnlichen Features miteinander konkurrierte. Diese Konkurrenz ließe sich nämlich kaum mit der Dokumentwelt aus einem Guss, wie der Star sie anbot, kombinieren.

18Ich vernachlässige an dieser Stelle der Einfachheit halber einmal die Diskettennutzung der Lisa.

19Es gab noch weitere Möglichkeiten, wie Objekte auf den Desktop gelangen konnten. Ich belasse es an dieser Stelle aber mal bei den genannten Möglichkeiten, denn sie reichen aus, um die zentrale Rolle des Desktops bei der Arbeit zu beschreiben.

20Die mögliche Auflösung hing von der eingesetzten Fernsehnorm ab. Die angegebenen Werte beziehen sich auf die in Europa verwendeten PAL-Geräte. Amerikanische Amigas, die die Fernsehnorm NTSC verwendeten, hatten etwas geringere Auflösungen, dafür aber aber eine höhere Bildwiederholrate, sodass Animationen hier potenziell etwas flüssiger abliefen.

21Ich verwende den Namen MacOS in dieser Schreibweise der Einfachheit halber allgemein für das Betriebssystem des Apple Macintosh. Der Name wurde nicht von vornherein so genutzt. Vor allem am Anfang gab es auch bei der Nummerierung teilweise chaotische Zustände. Frühere Betriebssystemversionen wurden als „System Software“ oder auch nur als „System“ bezeichnet. Später folgte dann „Mac OS“ mit Leerzeichen „Mac OS X“, „OS X“ und heute dann „MacOS“ ohne Leerzeichen.

22Die Funktion „Speichern unter“ kann durchaus noch aufgerufen werden, und erscheint bei gedrückter ALT-Taste im Ablage-Menü der Anwendungen. Dies ändert aber nichts an der Problematik, dass die geöffnete Datei zu diesem Zeitpunkt bereits bearbeitet und der ursprüngliche Inhalt damit überschrieben wurde.

23Das Jahr 1970 ist heute noch in der Art, wie auf Unix-Systemen Zeitpunkte gespeichert werden, festgehalten. Datum und Uhrzeit werden üblicherweise als Sekunden ab dem 1.1.1970 gespeichert.

24Es gibt einen Streit darüber, was genau „Open Source“ ist, was freie Software ist, ob es einen Unterschied gibt und wenn ja, worin dieser besteht. Die Diskussion führt mich hier nicht weiter. Eine Zusammenfassung finden Sie zum Beispiel im Wikipedia-Artikel zu Freier Software.

25Eigentlich bezeichnet Linux nur den Betriebssystemkern, den sogenannten „Kernel“. Der korrekte Name des Systems mit Linux-Kernel und GNU-Tools ist „GNU/Linux“. Inzwischen ist es aber üblich, den Namen Linux für die Betriebssysteme als Ganzes zu verwenden.

26Quelle: Bash Programming HOWTO by Mike G mikkey at dynamo.com.ar

27Momentan steht die Ablösung dieses X-Window-Standards durch ein modernes System namens „Wayland“ an. Hierdurch ändert sich aber an der beschriebenen Funktionsweise nichts Grundlegendes.

Vom PDA zum Smartphone

1Siehe https://www.statista.com/statistics/273495/global-shipments-of-personal-computers-since-2006/

2Siehe https://de.statista.com/themen/581/smartphones/

3Es gibt bei Android schon seit einiger Zeit und bei Apple in Einschränkung seit kürzerer Zeit die Möglichkeit, über Dateimanager auf die auf dem jeweiligen Gerät abgespeicherten Dateien zuzugreifen. Das Vorhandensein solcher Programme macht vor allem die Arbeit beim Anschluss externer Datenträger an das Gerät einfacher. Nichtsdestotrotz verfügen die Anwendungen nicht über „Dialoge“ zum Öffnen und Speichern, wie sie in PC-Software üblich sind. Das, was im Hintergrund als Datei vorliegen mag, erscheint in den Anwendungen stets in Form der Objekte, für die die Anwendung zuständig ist, also etwa als Musikstücke, Fotos oder Textdokumente.

4Der Rechner verfügte über einen Drucker, der Grafiken und Text auf einen schmalen Endlospapierstreifen ähnlich einem Kassenzettel ausgeben konnte.

5Das Gerät konnte über den Lautsprecher die DTMF-Töne ausgeben, die früher verwendet wurden, um der Vermittlungsstelle des Telekommunikationsunternehmens die gewünschte Telefonnummer mitzuteilen.

Total vernetzt

1Auch heute gibt es noch Modems. Allerdings setzen diese die digitalen Daten nicht mehr in hörbare Frequenzen um, sondern arbeiten in weitaus höheren Frequenzbereichen, um Daten ohne Wählverbindung über das Telefonnetz (bei DSL), über das Netz des Kabelfernsehens oder sogar optisch über Glasfaserleitungen zu übertragen.

2Hafner, K., & Lyon, M. (2008). ARPA Kadabra oder die Anfänge des Internet. dpunkt-Verlag.

3Deutschlands wahrscheinlich bekanntester Fernsehturm steht natürlich in Berlin, aber da dieser Teil Berlins damals die Hauptstadt der DDR war, hatte die Bundespost nichts damit zu tun. Auch in der DDR waren Fernsehtürme natürlich eine staatliche Sache. Die Post der DDR betrieb den Turm seit den 1960er Jahren.

4Bei einer Wählscheibe wählen Sie eine Nummer, indem Sie einen Finger an der Stelle in eine am Telefon angebrachte Scheibe stecken, an der die gewünschte Ziffer steht, und die Scheibe im Uhrzeigersinn drehen, bis Sie an einen Begrenzer stoßen. Dann ziehen Sie den Finger heraus. Die Scheibe rotiert automatisch zurück und übermittelt dabei Wählimpulse an das Fernmeldeamt.

5Eigentlich waren es beim Fernsehen 50 Bilder, wobei immer abwechselnd die geraden und die ungeraden Zeilen des Bildes gezeichnet wurden. Mit diesem Trick erreichte man einen weicheren Übergang zwischen den einzelnen Bildern bei gleichzeitig hoher Auflösung.

6Die Austastlücke ist nicht nur ein technisches “Abfallprodukt”, weil der Elektronenstrahl in der Bildröhre neu ausgerichtet werden muss. Sie ist auch nötig, um den Fernseher auf den Sender zu synchronisieren. Auch das kann man sich mit dem Gedankenexperiment klarmachen. Ihr Bekannter überträgt Ihnen ein Bild nach dem anderen. Er sendet schon die ganze Zeit. Irgendwann beginnen Sie damit zu empfangen, also ein Bild zu zeichnen. Sie können damit aber nicht gleich beginnen, denn Ihr Bekannter war ja schon zugange und befindet sich höchstwahrscheinlich irgendwo mitten im Bild. Sie warten also ab, bis in der Austastlücke ein spezielles Startsignal kommt und wissen dann, dass sie oben links beginnen müssen.

7Da Btx ein Dienst der staatlichen Bundespost war und der Betrieb von einem Staatsvertrag der Länder geregelt war, gab es, ganz dem Föderalismus entsprechend, im Btx verschiedene Regionen. Als Bürger von NRW standen nur die bundesweiten Angebote und die aus NRW “kostenfrei” zur verfügung. Wollte man ein Angebot nutzen, das etwa für Bayern gedacht war und daher auch auf bayerischen Btx-Rechnern gespeichert war, musste man dies pro Seite mit 2 Pfennig bezahlen.

8Conférence européenne des administrations des postes et télécommunications

9Internetstandards werden als sogenannte “requests for comments” veröffentlicht. Sie sind damit natürlich inoffiziell, denn es gibt ja keine staatliche Institution, die bestimmen würde, was das Internet ist. Die RFCs sind aber das Verbindlichste, was es gibt.

10Es gibt für das World Wide Web zwei Proposals, eines von 1989 und ein zweites von 1990. Ich verwende sie in diesem Kapitel ohne große Unterscheidung.

11In der Praxis ist es heute oft ein bisschen komplexer. Ein und derselbe Server bedient zum Beispiel oft mehrere Angebote gleichzeitig, die dann alle eine eigene Hauptseite oder ein eigenes Impressum haben. Man muss dann statt des einfachen GET noch ein bisschen mehr angeben, um klarzumachen, welches Angebot man anfragt.

12Den Tag HP1, genauso wie HP2, HP3 und so weiter gibt es heute nicht mehr. Sie wurden ersetzt durch Tags wie B und I für fett und kursiv sowie EM und STRONG für Herausstellungen.

13Andreessen, M., & Bina, E. (1994). NCSA Mosaic: A global hypermedia system. Internet Research.

14Die ersten Versionen des Browsers hießen Mosaic Netscape. Die Nutzung des Namens Mosaic war natürlich problematisch, da ja schon der Browser vom NCSA so hieß. Daher wurden sowohl Hersteller als auch Produkt umbenannt. Der Browser hieß nun Netscape Navigator, später Netscape Communicator. Ich nenne den Browser in diesem Buch der Einfachheit halber einfach nur Netscape, wie es auch üblich war.

15Die alten Browser kann man mit einigem Aufwand auch heute noch installieren. Allerdings kann man mit ihnen kaum noch etwas anfangen. Sie können selbst einfache textbasierte Websites von heute nicht zur Anzeige bringen, weil sie die Antworten, die heute Webserver senden, nicht mehr interpretieren können. Statt ein Dokument anzuzeigen, bieten sie dann den Download einer Datei an.

16Die Verhältnisse sind interessant. 2020 zahlte man in Deutschland etwa 30 Euro für eine Internet-Flatrate. Das entspricht 60 DM oder 6000 Pfennig. Bei Internetkosten von 10 Pfennig pro Minute im Jahr 1995 entspricht das 10 Stunden Internetverbindung. Das sind 10 x 60 x 60 = 36.000 Sekunden. Bei idealen Bedingungen könnte man in dieser Zeit 36.000 x 9.600 Bit = 345.600.000 Bit übertragen. Das sind nur knapp über 41 MebiByte.

17https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=MSN_(Microsoft_Network)&oldid=214881967

18Der Browser von Spyglass hieß auch Mosaic, hatte mit dem Ur-Mosaic vom NCSA aber nur am Rande etwas zu tun. Dennoch enthielt der Internet Explorer den Hinweis “Basiert auf NCSA Mosaic”.

19Das Institute of Electrical and Electronics Engineering (IEEE) ist der amerikanische Berufsverband für Elektroingenieure, hat aber auch viele Interessensgruppen für Computerthemen.

20Microsofts Idee, nicht registrierten Windows-Installationen keine Updates zukommen zu lassen, war allgemein keine gute Idee, denn hierdurch waren unzählige Windows-Installationen ohne aktuelle Sicherheitsaktualisierungen im Internet unterwegs. Windows bekam mehr als nötig den Ruf eines unsicheren Betriebssystems, was den Ruf von Windows als Betriebssystem und Microsoft als Hersteller nicht gerade steigerte.

21AJAX steht für Asynchronous JavaScript and XML.

22Das Prinzip ist ganz ähnlich wie bei Java. Java-Programme werden im Gegensatz zu anderen Programmiersprachen nicht in einen ausführbaren Maschinencode für einen konkreten Prozessor übersetzt, sondern in einen Zwischencode. Dieser wird von einer sogenannten virtuellen Maschine ausgeführt. Da es diese virtuelle Maschine für Rechner verschiedenster Art gibt, vom Laptop über Server bis hin zu Smartwatches, laufen Java-Programme grundsätzlich auf all diesen Systemen. Bei WebAssembly ist es ganz ähnlich, denn auch hier wird ein Zwischencode erzeugt, der in einer auf allen Systemen vorhandenen Instanz, hier dem Browser, ausgeführt wird.

23Bild aus Knister, M. J., & Prakash, A. (September 1990). DistEdit: A distributed toolkit for supporting multiple group editors. In Proceedings of the 1990 ACM conference on Computer-supported cooperative work (pp. 343-355).

24Bild aus Olson, J. S., Olson, G. M., Storrøsten, M., & Carter, M. (1993). Groupwork close up: A comparison of the group design process with and without a simple group editor. ACM Transactions on Information Systems (TOIS), 11(4), 321-348.