Smartphones
PDAs der Art, wie ich sie zuvor beschrieben habe, gibt es heute nicht mehr. Sie sind zusammen mit Geräten wie dem Mobiltelefon, mobilen Pagern und Kompaktkameras im Smartphone aufgegangen. Maßgebliche Entwickler von Nutzungsschnittstellen für Smartphones sind heute die Firmen Apple und Google. Während Apple mit dem Newton Erfahrung im Bereich der PDAs hatte, seine eigene PDA-Linie aber 1997, zehn Jahre vor der Einführung des iPhones einstellte, war Google bis dahin nicht im Bereich der Betriebssysteme und der Nutzungsschnittstellen für PDAs oder ähnliche Geräte tätig. Mit Nutzungsschnittstellen für Mobiltelefone hatten beide Firmen bis dahin nichts zu tun.
Man kann ein Smartphone in der Computergeschichte auf verschiedene Arten und Weisen betrachten, etwa als einen PDA mit einer hinzugefügten Mobilfunkoption oder als ein Mobiltelefon mit zusätzlichen PDA-Funktionalitäten. Auf verschiedene frühe Smartphones trifft bei genauerer Betrachtung mal mehr das eine, mal mehr das andere, mal noch eine andere Interpretation zu. Ein Beispiel für einen PDA mit hinzugefügten Telefon-Funktionen habe ich im vorherigen Kapitel kurz angerissen. Mit der Treo-Serie des Herstellers Handspring – einer Abspaltung von Palm, die später wieder mit ihrer Ursprungsfirma fusionierte – wurde dem PDA ein Telefonmodul hinzugefügt. Die Mobilfunk-Funktionalität beschränkte sich seinerzeit auf die reine Telefonfunktion. Erst im Jahre 2004 folgte ein Modell, das auch Daten über Mobilfunk empfangen und versenden konnte, das also Zugang zum Internet hatte. Im Jahr 2005 erschien dann ein Palm-PDA mit WLAN-Funktionalität. Es handelte sich dabei allerdings um einen reinen PDA ohne Telefonfunktion. Erst im Jahre 2008 war ein Palm-Smartphone verfügbar, das sowohl über WLAN als auch über Mobilfunk-Fähigkeiten verfügte.
Frühe Smartphones
Palm erweiterte seine PDAs mit den Mobilfunkmodulen zu Smartphones, war damit allerdings vergleichsweise spät dran. 2002 bereits erschien das erste Blackberry-Smartphone der Firma Research In Motion und bereits im Jahre 1996 brachte Nokia sein erstes Smartphone auf den Markt.
Nokia Communicator
Die Firma Nokia war viele Jahre lang Marktführer für Mobiltelefone. Im Jahr 2008, ein Jahr nachdem Apple sein iPhone vorstellte, erreichte der Marktanteil von Nokia fast 40 Prozent. Die Firma war zu diesem Zeitpunkt schon lange im Geschäft. Das erste Auto-Telefon der Firma wurde ab 1982 verkauft und das erste Mobiltelefon im heutigen Sinne, als einteiliges Gerät ohne separaten Hörer, wurde 1985 vorgestellt. Auch ein Smartphone hatte Nokia früh im Programm. Fast zehn Jahre früher als Palm bereicherte Nokia den Mobilfunkmarkt mit seinem ersten Communicator – dem Nokia 9000.
Der erste Communicator war für die Zeit ein erstaunliches Gerät. Auf den ersten Blick sah es aus wie ein normales Mobiltelefon der damaligen Zeit, wenn auch signifikant dicker und größer. Im oberen Bereich des Gerätes befand sich eine kleine LCD-Anzeige, darunter eine Nummerntastatur. Das Gerät verfügte über alle Funktionen, die auch ein einfaches Nokia-Telefon bot. Wirklich interessant wurde das Gerät, wenn man es aufklappte, denn dann eröffnete sich dem Nutzer ein PDA mit Telefon- und Internetanbindung. Die Bedienung der PDA-Funktionen erfolgte über eine kleine Tastatur. Der Bildschirm war für die damalige Zeit sehr ordentlich. Er verfügte über eine Auflösung von 640 x 200 Pixeln und konnte vier Graustufen anzeigen. Der Communicator bot die für PDAs bekannten Funktionalitäten, also etwa eine Anwendung für Notizen, einen Kalender, eine Kontaktverwaltung etc. Das Herausragende an dem Gerät waren nicht die PDA- oder die Mobilfunktion alleine, sondern ihre Kombination vor allem mit der Möglichkeit des Datenaustauschs über das Mobilfunknetz. Der Communicator erlaubte sowohl das Senden und Empfangen von E-Mails als auch von analogen Fax-Kopien. Auch Terminal-Verbindungen zu entfernten Rechnern ließen sich mit dem Gerät aufbauen und selbst ein Webbrowser stand zur Verfügung. Aus heutiger Sicht mag das nicht spektakulär klingen, doch muss man sich klarmachen, dass hier von einem Gerät von 1996 die Rede ist. Zu diesem Zeitpunkt war das World Wide Web in der allgemeinen Öffentlichkeit noch nicht sehr verbreitet. Kaum ein Nutzer von heimischen Computern oder Bürorechnern war an das Internet angebunden, und somit waren auch Webbrowser noch kaum verbreitet. Hier gab es nun einen – und das auf einem kompakten, mobilen Gerät!
Blackberry
Nokia bot schon sehr früh seinen Communicator an und entwickelte diesen auch stetig weiter. Die Marke stand aber nicht in erster Linie für diese leistungsstarken Geräte. Nokia bediente vor allem den Massenmarkt und hatte Mobiltelefone mit verschiedenen Ausstattungsmerkmalen im Angebot und verdiente damit sein Geld. Anders war die Lage bei der Firma Blackberry. Das Wort „Blackberry“ wurde Anfang der 2000er Jahre zu einem Äquivalent für das Wort Smartphone. Die meisten dieser Geräte wurden seinerzeit noch, ähnlich wie bei Nokias Communicator, nicht von Privatleuten, sondern vor allem von Handelsreisenden und Führungskräften verwendet. Blackberry bot eine starke Einbindung an die zentrale Infrastruktur der Firmen mit Funktionalitäten zur unternehmensweiten Kalender-, Mail- und Kontaktsynchronisation.
Der Ursprung der Smartphones der Firma Research In Motion (RIM) lag im Jahre 1996 in einem Gerät, das noch nicht den Namen „Blackberry“ trug. Der „Inter@ctive Pager 900“ war ein sogenannter Two-Way-Pager. Er nutzte frühe Mobilfunk-Datennetzwerke der USA. Pager waren damals unter Leuten, die immer erreichbar sein mussten, sehr verbreitet. Es gab sie in verschiedenen Ausführungen. Ganz einfache Geräte ermöglichten es nur, eine Telefonnummer anzuzeigen. Wollte man jemandem etwas auf einen Pager schicken, rief man die Telefonnummer des Pager-Dienstes an und gab dort die Nummer des Pagers und die Nummer dessen, der zurückgerufen werden sollte, an. Pager dieser Art haben Sie bestimmt schon einmal in Film und Fernsehen gesehen. Sie wurden zum Beispiel verwendet, um Ärzte „anzupiepsen“. Weiterentwickelte Geräte erlaubten auch das Anzeigen eines Mitteilungstextes oder gar die Wiedergabe einer Tonnachricht. In all diesen Fällen verlief die Kommunikation einseitig. Es handelte sich um reine Empfangsgeräte. Der Inter@active Pager 900 war im Vergleich zu diesen Geräten viel ausgereifter. Die Kommunikation fand über die Mobilfunk-Datennetzwerke über das Internet statt. Die Geräte erlaubten sowohl das Empfangen als auch das Versenden von Nachrichten über das Internet. Im Prinzip handelte es sich bei den Geräten um mobile E-Mail-Maschinen.
Die Firma RIM entwickelte ihre Pager zu Smartphones weiter, denen Sie den Namen „Blackberry“ gaben. Rechts abgebildet ist die erste Fassung dieser Geräte, ein Blackberry Quark aus dem Jahr 2003. Die E-Mail-Komponente war bei diesen Geräten nach wie vor sehr zentral. Blackberrys erlaubten sowohl den Mail-Versand über normale Internet-E-Mail-Konten als auch über Microsoft-Exchange-Server und später über eigene Server-Infrastrukturen. Um die E-Mail-Funktionalität herum bot der Quark sowohl die typischen Funktionen eines Telefons, also der Telefonfunktion mit Telefonbuch und der SMS-Funktion als auch die eines PDAs, von Notizen bis zum Kalender. Auch ein Webbrowser gehörte zum Funktionsumfang des Geräts. Palm entwickelte die Geräte in verschiedene Richtungen weiter. Das charakteristische Merkmal vieler Blackberrys blieb die voll ausgestattete Tastatur. Diese Geräte waren gerade bei den Nutzern, die viel E-Mail-Korrespondenz unterwegs verfassen wollten, sehr beliebt. Andere Blackberrys glichen mehr typischen Mobiltelefonen der Zeit, allerdings mit einer um einige Tasten erweiterte Zifferntastatur, die auch für Texteingabe genutzt werden konnte. Einzelne Tasten waren, ganz ähnlich wie bei einfachen Handys, mit mehreren Buchstaben belegt. Dass dennoch mit nur jeweils einem Tastenanschlag getippt werden konnte, lag an einer Technik namens SecureType, hinter der letztlich ein Wörterbuch von 35.000 Worten stand, die das Gerät an der Tastenfolge erkannte. Andere Telefonhersteller verwendeten die T9-Technik. die letztlich ähnlich funktionierte. Geräte wie der Blackberry Pearl von 2006 verfügten auch über einen Mediaplayer und eine integrierte Kamera mit 1,3 bis 2 Megapixeln Auflösung. Noch viel eingeschränkter als die Fotoauflösung war bei diesen Geräten allerdings die des Bildschirms mit nur 260 x 320 Pixeln.
Smartphone neu gedacht
Ich habe Ihnen oben grob einige Entwicklungslinien des Smartphones nachgezeichnet. Palm erweiterte seine PDAs um Mobilfunkfunktionalitäten, Nokia stattete ein Mobiltelefon mit zusätzlichen PDA-Funktionalitäten aus, und Blackberry entwickelte seine mobilen E-Mail-Maschinen zu Smartphones mit Telefon- und Organizer-Funktionalitäten weiter. Betrachten wir den Entwicklungsstand im Jahr 2008, hatten sich die Geräte durchaus angeglichen und verfügten alle über ein recht ähnliches Angebot, wobei die Ursprungscharakteristika immer noch sichtbar waren. Ein Blackberry hatte seine Stärken nach wie vor in der mobilen Nutzung von Textnachrichten, während ein Palm immer noch in erster Linie ein PDA war. All diese Smartphones waren keine Geräte für den Massenmarkt. Vor allem die Blackberrys waren teure Geräte für Manager. Sie waren eingebunden in Firmenstrukturen und hatten eine im Vergleich zu typischen Mobiltelefonen edle Anmutung. Ähnlich verhielt es sich aber auch mit den Geräten der anderen Hersteller. Auch sie richteten sich in erster Linie an Führungskräfte und Handlungsreisende.
Was man sich unter einem Smartphone vorstellte, änderte sich zu dieser Zeit aber grundlegend, denn im Jahr 2007 erschien das erste iPhone von Apple. Dieses Smartphone verfügte im Gegensatz zu den anderen Smartphones nicht über eine Tastatur, sondern über einen berührungsempfindlichen Bildschirm. Apple hatte sich seit der Rückkehr von Steve Jobs zehn Jahre zuvor stark verändert. Nicht mehr die Macintosh-Computer standen im Vordergrund des Interesses, sondern vor allem die mobilen Medienplayer namens iPod und die dazugehörige iTunes-Software, mittels derer Inhalte gekauft und auf den Player übertragen werden konnten. Die Herkunftslinie als Medienwiedergabegerät war beim iPhone klar ersichtlich und wurde auch explizit beworben. Bei der offiziellen Vorstellung wurde das neue Gerät als drei Geräte in einem vorgestellt. Gleich das erste dieser Geräte war demnach ein „Widescreen iPod with Touch Controls“. Das zweite Gerät, das „Revolutionary Mobile Phone“ erscheint mir von den drei genannten das uninteressanteste zu sein, denn außer einem interessanten neuen Ansatz für Mailbox-Nachrichten war hier nichts wirklich Revolutionäres zu sehen. Durchaus interessant war aber wiederum das „Breakthrough Internet Communication Device“. Neben der E-Mail-Funktionalität zielte dies vor allem auf den Webbrowser ab. Dessen herausragendes Feature war es, normale Websites anzeigen zu können. Die Webbrowser auf den meisten Smartphones konnten entweder nur extrem eingeschränkte, mobile Websites im sogenannten WAP-Standard anzeigen oder zeigten normale Websites auf ganz eigenwillige Art und Weise an, denn da es bis dahin keinen brauchbaren Standard für die mobile Darstellung gab und die Web-Nutzung auf Telefonen noch eine absolute Ausnahme war, waren die Designs nahezu aller Websites im Jahr 2007 auf die Darstellung in PC-Browsern ausgelegt. Das iPhone vermochte es, auch diese, nicht für Telefonnutzung gedachten, Seiten anzuzeigen und mit einer geschickt integrierten Zoom-Funktion sogar trotz des kleinen Bildschirms recht gut bedienbar zu machen.
Heute fast vergessen ist, dass das erste iPhone etwas noch nicht hatte, was später typisch für die neuen Smartphones wurde: Es gab noch keine installierbaren Apps. Wenn man das Gerät nicht mit einem sogenannten „Jailbreak“ hackte, gab es keine Möglichkeit, die mitgelieferten Anwendungen aufzustocken. Googles Betriebssystem Android, das sich bereits in Entwicklung befand, ermöglichte von Anfang an die Installation von Zusatzanwendungen. Als das erste Android Smartphone, das HTC Dream, allerdings im September 2008 erschien, war auch Apple schon so weit und hatte seinen App-Store eingeführt.
Die meisten Smartphones verwenden heute entweder Apples iOS oder Googles Android. Auf eine gewisse Weise betrachtet sind diese Systeme den PDAs der 1990er und frühen 2000er sehr ähnlich. Das erste iPhone etwa verfügte neben den Anwendungen zum Schreiben von SMS und MMS und der Telefonfunktion über einen Kalender, einen Fotobetrachter, eine Anwendung für Sprachnachrichten, ein klassisches Notizbuch, eine Uhr-Anwendung samt Wecker, eine Taschenrechnerfunktion und die Möglichkeit zur Musikwiedergabe. All diese Anwendungen waren mehr oder weniger auch das Standardrepertoire von PDAs. Hinzu kamen bei Apple natürlich die internetbasierten Anwendungen bestehend aus einem Webbrowser, einem Youtube-Player, Google-Maps, einer App für die Wettervorhersage und natürlich dem iTunes Store zum Kaufen von Musik. Auch die Bildschirmgröße und der Eingabefokus auf direktes Zeigen entsprach weit mehr den PDAs als den Smartphones der damaligen Zeit, die großteils auf kleine Hardware-Tastaturen setzten. Ein iPhone glich in der Bedienung viel mehr einem frühen Palm-PDA oder sogar einem Newton als einem Blackberry. Eine grundsätzliche Charakteristik der neuen Generation der Smartphones ist aber dann doch ganz anders als die der PDAs. Typische PDAs wurden mit einem PC verbunden, um Daten zu synchronisieren. Gut ausgestattete PDAs und Smartphones hatten zwar Möglichkeiten, über das Mobilfunknetz ins Internet zu gehen, taten das aber in der Regel eher selten. Wenn sie es doch taten, war die übertragene Datenmenge minimal. Dafür, dass das so war, sorgten unter anderem auch die exorbitanten Gebühren, die für die Internetnutzung im Mobilfunknetz damals erhoben wurden. Die neuen Smartphones waren im Prinzip von vorn herein darauf ausgelegt, dauerhaft online zu sein. Zwar können die Geräte auch offline verwendet werden, doch ein Großteil ihrer Funktionalität ist darauf ausgelegt, dass immer und zu jedem Zeitpunkt eine Internetverbindung vorhanden ist. Das Vorhandensein der Geräte auf dem Markt hatte somit auch starken Einfluss auf Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit der Mobilfunk-Infrastruktur – ein schönes Beispiel dafür, wie sich verschiedene technische Entwicklungen und ihre Nutzungsweisen gegenseitig beeinflussen.
Die neue Generation der Smartphones reiht sich zwar durchaus in die Geschichte ihrer Vorgänger ein und erbt sowohl Eigenschaften vom PDA, vom klassischen Mobiltelefon und vom Pager. Mit den Geräten ist aber in vieler Hinsicht tatsächlich eine Art Revolution gelungen. Menschen, die sich nie für Computer interessierten, nie einen besaßen oder bei der Einrichtung und Wartung stets Hilfe brauchten, besitzen nun die kleinen, leistungsstarken Smartphones und können sie zumeist auch ziemlich kompetent bedienen. Für den Erfolg der Geräte gibt es viele Gründe. Zu ihnen gehört nicht, dass ein Smartphone technisch etwas Revolutionäres ermöglichen würde. Auch weist ihre Nutzungsschnittstelle keine besonderen Features auf, die man vorher gar nicht gekannt hätte. Sie ist vielmehr, wie schon beim PDA, vor allem im Vergleich zum PC extrem vereinfacht. Apps auf dem Smartphone haben in der Regel weniger Funktionen und Einstellungen als PC-Anwendungen. Ein wichtiger Erfolgsfaktor der Smartphones ist sicher auch, dass sie mit ihrer Hardware- und Software-Ausstattung, gepaart mit einem dauerhaft verfügbaren Internet, eine Vielzahl von Geräten ersetzen. Ein Smartphone ist heute weit mehr als ein Mobiltelefon und ein PDA. Es ist auch ein Diktiergerät, eine kompakte Kamera, ein Navigationsgerät, ein Wecker, eine Taschenlampe und vieles weitere mehr, und all das hat man in nur einem kleinen Gerät immer dabei.
Die Nutzungsschnittstelle eines Smartphones hat eine ganz andere Anmutung als die eines PCs. Ein Smartphone mit einem PC gleichzusetzen ist ähnlich unsinnig, wie die Betrachtung eines modernen Windows-PC als Minicomputer, wie wir sie aus den 1970ern kennen gelernt haben. Die Geräte mögen intern auf ähnliche Art und Weise funktionieren, doch die Nutzungsschnittstelle, die uns durch die Hardware, aber vor allem durch die Software angeboten wird, erzeugt eine ganz andere Nutzungswelt.
Der Vergleich Smartphone versus PC mit Personal Computer versus Minicomputer hinkt natürlich ein wenig, denn während Minicomputer von den Personal Computern inzwischen mehr oder weniger vollständig abgelöst wurden, ist das beim Smartphone so nicht zu erwarten. Zwar ist für viele Anwender der Funktionsumfang eines Smartphones für ihre Anwendungsfälle ausreichend, doch bleiben viele Nutzungsszenarien, in denen nicht nur der große Bildschirm eines PCs notwendig ist, sondern in denen auch die Flexibilität und der Funktionsreichtum der PC-Nutzungsschnittstellen gebraucht wird. Hinzu kommt noch, dass Smartphones und Tablets, vor allem die aus dem Hause Apple, den Nutzer in seiner Freiheit ziemlich einengen. Alternative Betriebssysteme zu installieren, ist, wenn überhaupt, nur mit hohem Aufwand möglich und die Apps kommen im Regelfall, bei Apple sogar ausschließlich, aus vom Hersteller kontrollierten App-Stores. Für das Programmieren, also das Erzeugen eigener Anwendungsprogramme nach den eigenen Vorlieben, sind die Geräte schon aus diesem Grund ebenfalls eher ungeeignet, und selbst wenn man eine offenere Architektur verwendet, will man sicher nicht auf einer Smartphone-Tastatur ein komplexes Programm entwerfen. Man würde hierfür wohl immer ein Gerät wie einen PC oder ein Laptop mit einer gut ausgestatteten Entwicklungsumgebung verwenden wollen, auch wenn das Programm am Ende auf einem Smartphone oder auf einem Tablet verwendet werden soll.