Wie ermittle ich meine persönlichen Anforderungen?
Bevor ich Zeit in ein Projekt mit einem OpenWrt Router investiere, ist es sinnvoll, dass ich meine ganz persönlichen Anforderungen definiere. Das kann mir später unliebsame Überraschungen ersparen, wenn ich rechtzeitig merke, dass mein Wunschgerät doch nicht geeignet ist. Selbst wenn ich es erst spät merke, dass meine Vorstellungen nicht erreichbar sind, fällt es mir leichter, die Positionen zu identifizieren, bei denen ich Kompromisse machen kann, wenn ich meine ursprünglichen Ziele dokumentiert und vielleicht sogar priorisiert habe.
Im Wesentlichen muss ich mir über drei Fragenkomplexe Gedanken machen:
- Wofür will ich das System einsetzen?
- Wieviel Geld und Zeit will ich investieren?
- Mit welchem Datenaufkommen rechne ich?
Wofür will ich das System einsetzen?
Soll es ein einfacher filternder Router sein, ein Captive Portal für ein WLAN oder sollen weitere Dienste darauf laufen? Wenn noch zusätzliche Dienste darauf laufen sollen, dann welche?
Wieviel Geld und Zeit will ich investieren?
Wenn das Projekt nur zum Lernen ist, will ich vielleicht weniger Geld in die Hand nehmen, dafür aber mehr Zeit damit verbringen. Habe ich einen konkreten Einsatzzweck, bestimmt dieser mein Budget.
Da OpenWrt nahezu kostenlos erhältlich ist, wird das meiste Geld vermutlich in die Hardware gehen. Bei deren Auswahl lasse ich mich von der Tabelle der unterstützten Hardware leiten.
Vielleicht will ich auch etwas Geld in die Hand nehmen und jemand beauftragen, der mir beim Zusammenstellen des Systems hilft.
Mit welchem Datenaufkommen rechne ich?
Diese Frage bestimmt, welche Hardware überhaupt für mein Vorhaben geeignet ist. Und darüber dann, wieviel Geld ich in die Hand nehmen muss. Ich kann OpenWrt auf kleinen WLAN-Routern für wenige Euro einsetzen, die vielleicht gerade mal ein paar MBit pro Sekunde schaffen und für bestimmte Einsatzzwecke ausreichen. Benötige ich mehr Durchsatz, gibt es Geräte mit Gigabit-Schnittstellen und mehreren Prozessorkernen, die recht wenig elektrische Leistung benötigen und somit problemlos im Dauerbetrieb laufen können. Will ich nur wenige Rechner über eine DSL-Leitung von mehreren Kilometern Länge anschließen, reicht vielleicht das erste. Möchte ich hingegen einen Streaming-Server mit mehreren Clients verbinden, benötige ich eher etwas Schnelleres.
Von Vorteil ist, wenn ich meine persönlichen Anforderungen nicht nur notiere, sondern gleich vermerke, bis zu welchem Grad ich bei den einzelnen Positionen zu Kompromissen bereit bin.
Alle drei Komplexe sind von einander abhängig. Während die erste Frage im Allgemeinen harte Kriterien für die spätere Auswahl eines Gerätes liefert, sind die Kriterien Geld und Leistungsfähigkeit eher fließend. Hier ist es nicht so einfach, zu einer Entscheidung zu kommen.
Es empfiehlt sich, ähnlich wie allgemein beim Rechnerkauf nur soviel Leistung zu kaufen, wie im Moment benötigt wird, zuzüglich einer Reserve für den Ausfall von Geräten und kurzfristige Leistungsspitzen. Später lohnt es sich mitunter, die dann aktuellen Preise und Geräte erneut zu untersuchen.