Was kann ich damit machen?

Als nächstes interessiert vielleicht, wofür sich OpenWrt einsetzen lässt. Dazu gebe ich hier nur einen kurzen Ausschnitt und beschränke mich auf Einsatzfälle, bei denen der Paketfilter eine Rolle spielt.

OpenWrt kann ich einsetzen:

  • als Internet-Zugangsrouter für kleine Büros oder zuhause,
  • als VPN-Router,
  • als kurzfristigen Ersatz für einen anderen Router,
  • als IPv6-Tunnel-Endpunkt, wenn mein Provider nur IPv4 anbietet,
  • als WLAN-Basisstation, -Mesh-Router, -Client.

Bei diesen Einsatzfällen will ich den Paketfilter auf jeden Fall nutzen.

Internet-Zugangsrouter

Als Internet-Zugangsrouter nutze ich meist einfache, stromsparende Hardware, wie zum Beispiel einen billigen SOHO-Router, auf dem ich OpenWrt installiert habe. Die Liste der unterstützten Geräte finde ich in der Table of Hardware im OpenWrt-Wiki.

Hier muss ich bei IPv4 meistens Masquerading zum Uplink einstellen, um meine internen Adressen zu verbergen. Will ich dann Dienste nach außen anbieten oder Spiele nutzen, die Verbindungen vom Server zum Client benötigen, muss ich das Weiterleiten von Ports konfigurieren.

Bei IPv6 will ich zumindest den Verbindungsaufbau aus dem Internet in mein lokales Netz reglementieren.

VPN-Router

Einen Tunnel oder ein VPN verwende ich, wenn ich ein anderes Netz unabhängig vom Routing über das Internet erreichen will. Das kann sein, weil ich eine zentrale Geschäftsstelle aus einem kleinen Büro erreichen will, oder weil ich bestimmte Adressen mit einer anderen Absenderadresse erreichen will, um geographische Beschränkungen auf Grund meiner Absenderadresse zu umgehen.

Ich kann den Tunnel direkt auf dem Internet-Zugangsrouter einrichten oder ich verwende einen separaten Router nur für diesen Zweck. Im ersten Fall brauche ich nichts weiter zu tun, als den Tunnel einzurichten. Im zweiten Fall muss ich entweder beim Zugangsrouter oder beim Client-Rechner die Route zu den Netzen hinter dem Tunnel eintragen.

Den Paketfilter benötige ich hier nur, wenn ich den Zugang zum Tunnel beschränken will oder wenn ich Masquerading gegenüber dem anderen Tunnel-Endpunkt einsetzen will.

Kurzfristiger Ersatz für einen anderen Router

Manchmal geht mein Zugangsrouter einfach kaputt. Oder er hat eine gravierende Sicherheitslücke, die nicht schnell genug geschlossen werden kann.

Dann ist es praktisch, wenn ich einen alten PC mit zwei Netzwerkadaptern übrig habe. Hier kann ich auch OpenWrt in einer VM verwenden, was der Artikel [ctAhlers2014] am Beispiel eines Windows-Rechners unter Einsatz von VirtualBox beschreibt. Für den Paketfilter gilt das gleiche wie für einen normalen Zugangsrouter.

IPv6-Tunnel-Endpunkt

Habe ich einen Internet-Provider, der nur IPv4 anbietet, kann ich mir über einen der IPv6-Tunnel-Provider ein Subnetz geben lassen und eine IPv6-Verbindung damit bekommen.

Den Tunnel-Endpunkt kann ich ebenfalls beim Internet-Zugangsrouter einrichten oder in einem separaten System, welches in meinem Netz dann als IPv6-Router fungiert. Dieses benötigt nur einen Netzwerkadapter. Im Gegensatz zum IPv4-VPN-Router brauche ich aber keine Route explizit bei den Clients oder beim Zugangsrouter eintragen.

Mit dem Paketfilter muss ich in diesem Fall mein Netz gegen unerwünschten Datenverkehr abschirmen.

WLAN-Basisstation, -Client, -Mesh-Router

Bei all diesen Einsatzfällen nutze ich die Möglichkeiten der eingesetzten Hardware. Der Paketfilter hilft mir den Datenverkehr in geordnete Bahnen zu lenken.