Sicherheitsrichtlinien
Die beste Risikoanalyse nützt wenig, wenn ihre Erkenntnisse nicht praktisch angewendet werden. Nun kann man in der Praxis nicht für jede einzelne Entscheidung dutzende oder gar hunderte Seiten wälzen. Hier benötigt man kurze, präzise Dokumente, die die wesentlichen Punkte in Erinnerung rufen - Richtlinien, für das Thema des Buches: Sicherheitsrichtlinien.
Damit diese kurz und präzise sein können, müssen sie sich jeweils auf ein eng begrenztes Thema beschränken. Das bedeutet wiederum, dass für manche Themenbereiche mehrere Richtlinien gelten. Hier muss ich darauf achten, dass die einzelnen Richtlinien einander nicht widersprechen. Dafür ist es sinnvoll, diese nicht nur nach dem Thema sondern zusätzlich nach dem Geltungsbereich abzugrenzen.
Damit man die benötigten Informationen in den Richtlinien leicht findet, empfiehlt es sich, ein einheitliches Format zu schaffen und Templates zu verwenden.
Beispiele für Sicherheitsrichtlinien finden sich beim SANS Institute.
Generell sollten Sicherheitsrichtlinien die folgenden Punkte enthalten:
- Überblick
- Zweck
- Geltungsbereich
- Anweisungen
- mitgeltende Unterlagen
- Einhaltung
- Änderungsverzeichnis
Die aktuelle Version sowie der Name oder die Nummer der Richtlinie sollte auf jeder Seite zu finden sein, zum Beispiel in den Kopf- oder Fußzeilen.
Der Überblick gibt kurz und knapp den Kontext der Richtlinie an. Dafür reicht oft ein Satz.
Der Zweck beschreibt die Ziele, die mit dieser Richtlinie erreicht werden sollen. Da das Thema der Richtlinie eng begrenzt ist, sollte auch dieser Abschnitt nicht allzu groß werden.
Der Geltungsbereich schränkt ein, wo die Richtlinie anzuwenden ist.
Diese ersten drei Punkte helfen dabei, zu bestimmen, ob eine vorliegende Richtlinie beim konkreten Problem überhaupt anwendbar ist und gehören daher an den Anfang.
Die Anweisungen stellen den Kern der Richtlinie dar. Das kann der umfangreichste Abschnitt sein, die Richtlinie kann aber auch nur aus einer einzigen Anweisung bestehen.
Unter dem Punkt mitgeltende Unterlagen finden sich Hinweise auf weitere Dokumente oder andere Richtlinien, die in dem betreffenden Geltungsbereich zusätzlich zu berücksichtigen sind.
Diese beiden Punkte sind der Kern der Richtlinie. Auf sie folgen noch ein paar Punkte, die sich mehr mit der Richtlinie und dem Umgang mit ihr beschäftigen als mit dem eigentlichen Thema. Da diese Punkte seltener benötigt werden, kommen sie nach dem Hauptteil.
Der Abschnitt Einhaltung beschäftigt sich mit der Durchsetzung der Richtlinie. Wie wird das kontrolliert? Wie können Ausnahmen geregelt werden? Was passiert bei Nichteinhaltung der Richtlinie? Damit regelt dieser Abschnitt auch, wie die Richtlinie geändert werden kann.
Das Änderungsverzeichnis ist oft nur für diejenigen interessant, die die Richtlinie erstellen und kommt daher ganz zum Schluss. Hier reicht eine tabellarische Aufführung der veröffentlichten Versionen.