Weitere Bücher für Bauwillige und Bauherren

Die Bücher mit Stern (*) bilden das Startpaket, das ich neben meinem Buch jedem Bauwilligen empfehlen würde.

Gesamtvorhaben und Haus

Unser Bauherren-Handbuch
von Haas, Krisch, Siepe, Steeger. Stiftung Warentest, 2012, 386 Seiten, 34,90 €.

Dieses Buch spricht alles an, was Bauwillige bewegt, gibt auch konkret anwendbare Tipps, bleibt aber teilweise oberflächlich, z. B. bei der Abschätzung des Mittelbedarfs und bei der Beurteilung des Bauvertrags. Keine Hilfe für den Fall, dass die geforderten Voraussetzungen nicht erfüllt sind, und keine Unterstützung bei der Wahl der persönlichen Strategie.

Unverzeihlich finde ich, dass als einzige Möglichkeit, sich unabhängigen Beistand zu sichern, propagiert wird, einen Architekten zu beauftragen. Das ist völlig realitätsfremd. Ebenfalls irreführend ist die Betonung der Rechte aus dem Bauvertrag, wenn man keine Vorstellung davon hat, was ein guter oder ein schlechter Vertrag ist. Immerhin ist das Kapitel “Die Vertragspartner beim Bau” insgesamt informativ und hilfreich, nur leider an der falschen Stelle, nämlich vor “Den Bau planen”.

Das Kapitel “Grundstücks- und Haussuche” enthält keinen einzigen nützlichen Tipp, wie man auf die Suche geht. Es wird immer so getan, als müsse man über ein bereits vorliegendes Angebot entscheiden. Das Kapitel “Von Baubeginn bis Bauabnahme” hält überhaupt nicht, was es verspricht. Es ist offensichtlich von einem Juristen geschrieben, gerade einmal 10 Seiten lang, teils redundant, teils widersprüchlich zum viel besseren Kapitel “Die Vertragspartner beim Bau”. Alles dreht sich nur um die Pflichten des Architekten. Das, worauf es ankommt – auf der Baustelle sein, eng mit dem Bauleiter zusammenarbeiten, tausende kleine Entscheidungen treffen, Fehler so früh wie möglich erkennen – fällt unter den Tisch.

Dennoch finde ich das Buch insgesamt empfehlenswert. Erstens, weil es das relativ gute Buch von Werner Siepe über die Finanzierung enthält, zweitens, weil die Autoren immerhin Experten auf ihren Gebieten sind und drittens, weil es in ansprechender Weise hilft zu klären, was man eigentlich will und vom neuen Heim erwartet.

(K)ein Pfusch am Bau: Wie ein Bausachverständiger (s)ein Haus richtig und dennoch kostengünstig bauen würde
von Günther Nussbaum-Sekora. Linde, Wien, 2012, 288 Seiten, 19,90 €. (*)

Sehr lesenswerte Erfahrungen und Tipps eines Österreichers, der 30 Jahre in der Baubranche gearbeitet hat. Nicht alles gilt auch für Deutschland, aber das meiste. Das Buch haut in dieselbe Kerbe wie viele Ratgeber von Architekten: Mit einer etwas höheren Investition in die Substanz und die Haustechnik die Folgekosten für Energie, Renovierung und Sanierung dramatisch senken. Das ist mir, vor allem was die Nutzung von Umweltwärme betrifft, etwas zu einseitig. Die Gegenüberstellung von Alternativen in einem konkreten Rechenbeispiel, zum Beispiel Haus mit oder ohne Solarthermie, wäre schon angebracht. Dennoch: Die Lektionen, die man über mögliche Fehler lernt, sind einmalig. Im Sinne meines ersten Kapitels ist es das Große Gruselkabinett und die Untermauerung der Empfehlung, als Laie nicht auf eigene Faust erfolgreich sein zu wollen. Nach jeder Gruselgeschichte kommt die Empfehlung des Autors, ganz im Sinne des Titels. Wenn Sie noch nicht so genau wissen, ob es ein Ziegelhaus oder ein Holzhaus werden soll, Keller ja oder nein und wenn ja, wie – die Lektüre wird Ihnen die Entscheidung erleichtern. Aber wie gesagt: Billiger wird das Haus dadurch nicht.

Ratgeber energiesparendes Bauen
von Thomas Königstein. Blottner, 5. Auflage 2011, 206 Seiten, 24,90 €. (*)

Alles, was man wissen muss, um bei der wichtigen Frage nach dem Energiestandard und der Wärmeerzeugung richtig entscheiden zu können. Besonders gut für Physiker und Ingenieure, die gerne selbst nachrechnen. Das Buch gilt auch unter Energieberatern als Standardwerk.

Bauherren-Handbuch
von Bernhard Metzger. Haufe-Lexware, 540 Seiten, 34,95 €. (*)

Wenn ich ein Buch für denjenigen empfehlen kann, der sich mit jedem Gewerk beschäftigen möchte, dann dieses. Die ca. 150 Seiten von Kapitel 9 rüsten einen gut für die Gespräche mit Planern und Handwerkern. Auch die ersten 100 Seiten über die Erwerbsmöglichkeiten, das Grundstück, die Gesamtkosten, die Finanzierung und Eigenleistung sowie die Kapitel über Energie, Bauphysik und Sicherheit sind sehr lesenswert. Das Buch verzichtet auf bunte Bilder, bietet dafür wertvolles Material zum Download. Ideal für jeden, der in Einzelvergabe baut, aber auch für jeden anderen ein gutes Kompendium.

Baupfusch – Erkennen, Reklamieren, Sanieren
von Christian Eigner. Stiftung Warentest, 2013, 239 Seiten, 24,90 €. (*)

Eine sehr empfehlenswerte Ergänzung und Vertiefung zu Teil 3 dieses Buches und ein guter Begleiter für die Zeit danach. Anders als der Titel es vermuten lässt, ist die Lektüre schon lange, bevor es losgeht, sinnvoll. Sehr gut gefallen mir das Kapitel über die Gewährleistung und die Interviews mit Vertretern verschiedener Verbraucher-Organisationen wie Institut privater Bauherren e.V. und Bauherrenschutzbund e.V.

Schlüsselfertig bauen
von Burk, Weizenhöfer. Fraunhofer IRB Verlag, 2. Auflage 2011, 161 Seiten, 19,00 €.

Ggf. sinnvolle Vertiefung, wenn man entschieden hat, mit Generalübernehmer, Generalunternehmer oder Fertighausanbieter zu bauen. Manches finde ich misslungen, zum Beispiel das Kapitel über die Gesamtkosten: Demnach ist Bauen überall in Deutschland gleich teuer und der Generalübernehmer soll einem sagen, was die Kostengruppen 200, 500 und 700 kosten werden. Das wird nicht funktionieren. Auch das Beispiel für eine Bauleistungsbeschreibung ist nicht unbedingt vorbildlich. Wenn ich auch nicht zustimme, dass man unbedingt einen Anwalt braucht, so wird dem Leser immerhin ein unabhängiger Baubetreuer ans Herz gelegt. Bedingt empfehlenswert.

Attraktiv bauen mit kleinem Budget
von Achim Linhardt. Deutsche Verlags-Anstalt, 2011, 160 Seiten, 24,99 €.

Bauen mit Architekt für Bauherren mit Trotzdem-Faktor, mit vielen Bildern. Hervorragend, um die Gewerke und masseabhängigen Kosten beim Hausbau kennen zu lernen. Inzwischen etwas in die Jahre gekommen, vor allem Energiestandards und Nutzung von Umweltwärme kommen – trotz aktueller Auflage – zu kurz.

Kaufen vom Bauträger – ohne böse Überraschungen
von Michael Scheuch. Campus Verlag, 2010, 218 Seiten, 19,90 €.

Das Buch behandelt einige Themen, die angehende Käufer interessieren, die hier aber ausgeklammert werden, zum Beispiel die Bedarfsermittlung, ein bisschen Bau- und Energiesparkunde und den Kaufvertrag. Ein lesenswerter Einstieg in die Vertiefung des Themas Kauf vom Bauträger, dessen Tipps oft ähnlich lauten wie meine, aber erkennbar aus der Feder eines Journalisten stammen. Besonders gut gefallen mir die Fallbeispiele.

Kostenfallen beim Immobilienkauf
von Peter Burk. Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, 2012, 236 Seiten, 12,90 €.

Anders als der Titel vermuten lässt, ist dieses Buch hervorragend geeignet, wenn Sie sich die Mühe machen wollen, selbst eine Gesamtkostenaufstellung für Ihr Neubauvorhaben zu erstellen. Was ich nur anreißen konnte, wird dort umfassend behandelt. Es ist das einzige mir bekannte Buch, das alle Positionen erwähnt und Anhaltspunkte für die Schätzung liefert. Alle Werte waren für mich plausibel und, so weit ich die Positionen von den mir bekannten Vorhaben beurteilen kann, zutreffend. Das Buch schließt damit eine schmerzliche Lücke.

Die Musterbaubeschreibung
von Uta Maria Schmidt, Christian Michaelis, Horst Frank. Verbraucherzentrale Bundesverband, 2013, 240 Seiten, 19,90 €.

Das Buch erläutert im ersten Teil, welche Angaben eine Baubeschreibung enthalten sollte, und vermittelt sehr gut, was den Mindeststandard von der empfehlenswerten Ausführung unterscheidet. Ich kenne kein anderes Buch, das das Thema in dieser Vollständigkeit behandelt. Der zweite Teil ist eine 90 A4-Seiten langer Fragenkatalog, mit dem eine vorliegende Baubeschreibung überprüft werden kann. Die Idee ist, diesen Fragenkatalog vom Anbieter ausfüllen zu lassen oder ihn gemeinsam auszufüllen, und das Ergebnis zum Vertragsbestandteil zu machen. Die Idee ist, aber ich weiß nicht, wie sie sich in der Praxis bewährt. Jedenfalls kann das Buch, wie die Autoren auch selbst schreiben, die Überprüfung durch einen Fachmann nicht ersetzen. Bei gesamthafter Vergabe aber in jedem Fall empfehlenswert, vollständiger und weniger emotional als das Buch von Günther Nussbaum-Sekora.

Finanzierung

Die perfekte Immobilienfinanzierung
von Erich Herrling. dtv, 2011, 213 Seiten, 14,90 €.

Gehört, wie ich finde, zu den besten Büchern, vor allem, weil Vieles mit Beispielen illustriert ist. Für die gängigen Fragestellungen dürfte es ausreichen. Die Bankenregeln für die Immobilienfinanzierung werden angemessen dargestellt, wenn auch über das ganze Buch verstreut. Wem mein Kapitel zu mager ist, der sollte dieses Buch kaufen.

Immobilienfinanzierung – Die richtige Strategie
von Werner Siepe. Stiftung Warentest, 3. Auflage 2013, 204 Seiten, 19,90 €.

Empfehlenswert, allerdings bin ich nicht sicher, ob der Inhalt über das Kapitel im Bauherren-Handbuch hinaus geht.

Immobilienfinanzierung: Neue Kredite, neue Wege
von Oppel, Radtke. Haufe-Lexware, 4. Auflage 2013, 128 Seiten, 6,95 €.

Feines kleines Buch für den Einstieg, das auch die Sichtweise der Bank einnimmt, auf typische Fehler hinweist und plausible Faustregeln enthält. Ich finde das Thema jedoch so wichtig, dass ich unbedingt ein ausführlicheres Buch empfehle.

WISO Immobilienfinanzierung
von Opoczynski, Leutke, Hölting. Campus, 2012, 320 Seiten, 19,99 €.

Eines der Bücher, die schön auf die Sichtweise der Bank eingehen (Bonität, Beleihungsauslauf usw.) Wie man Kosten und Finanzierungsspielraum in Deckung bringt, kommt aber eindeutig zu kurz. Auch Reserven werden zu wenig behandelt.

Immobilien- und Baufinanzierung
Schulze, Stein. Haufe-Lexware, 2. Auflage 2014, 194 Seiten, 19,95 €.

Ein in seiner Schlichtheit sehr ansprechendes Buch, das Themen behandelt, die ich sonst nirgends fand, zum Beispiel Baufinanzierung für bestimmte Personengruppen, Auswirkungen von Insolvenz oder Scheidung und islamkonforme Finanzierung. Es beginnt auch, wie es sich gehört, mit Grundbegriffen wie Grundbuch und Beleihungswert. Schade, dass es so wenige Beispiele enthält.

Die Baufinanzierung
von Thomas Hammer. Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen, 4. Auflage 2011, 168 Seiten, 14,90 €.

Behandelt schön ausführlich die Vertragsarten, die jedem zugänglich sind, kapituliert aber auch vor Wohnriester (unter dem Strich rentabel oder nicht?). Unverzeihlich: Keine Tipps zu zweitrangig abgesicherten Mitteln.