7. Performance des Rechners
Der Rechner funktioniert zwar, aber alles erscheint zäh und in Zeitlupe abzulaufen. Jobs brauchen eine gefühlte Ewigkeit, die Tastatur scheint mit 8 Baud angeschlossen. Irgendwo sind Engpässe, aber wo?
Oft ist es einfach nur eine Überlast, das heißt, das System erhält temporär mehr Aufgaben, als es bewältigen kann. Dann werde ich zunächst alles tun, um die Last zu reduzieren. Anschließend mache ich mir Gedanken, wie ich die zu erwartende Last bewältigen kann.
Die drei wesentlichen Engpässe beim Betrieb eines Rechners sind CPU,
Hauptspeicher und I/O.
Welcher von diesen drei im Moment gerade den Betrieb hemmt, bekomme ich sehr
schnell mit dem Befehl vmstat heraus.
Damit weiß ich allerdings erst, wo ich suchen will, die eigentliche Ursache
muss ich noch ermitteln.
Mit dem Programm top kann ich etwas genauer hinschauen.
Je nach dem, was ich mit vmstat herausbekommen habe, kann ich interaktiv mit
P die Prozesse nach prozentualer Nutzung der CPU und mit M nach der
prozentualen Nutzung des Speichers sortieren lassen.
Mit 1 zeigt das Programm in den Kopfzeilen für jede einzelne CPU an, wie sie
ihre Zeit verbringt.
Mit f, gefolgt von j und <Enter> zeigt das Programm in einer
zusätzlichen Spalte, welcher Prozess auf welcher CPU läuft.
Wenn ich es ganz genau wissen will, erstelle ich ein Lastprofil meines Systems mit Accounting-Software wie sysstat. Zwar belastet diese das System zusätzlich, doch ich kann die Ergebnisse meiner Analyse dann nutzen, um gezielt in neue Hardware zu investieren, ein oder mehrere leistungsstärkere Prozessoren, mehr RAM, schnellere Festplatten und Netzwerkkarten. Oder ich verteile die Last auf mehrere Systeme.
Als Einführung in das Gebiet empfehle ich Loukides1996, das mittlerweile in neuer Auflage erschien.