Warum gibt es dieses Buch?

Unser Leben besteht aus vielen Entscheidungen. Manche davon treffen wir vollautomatisch, ohne nachzudenken. Andere Alltagsentscheidungen fallen uns manchmal schwer. Was ziehe ich heute an? Gehe ich noch auf ein After-Work Bierchen mit den Kollegen oder schaue ich lieber Netflix auf der Couch? Esse ich heute Döner mit Allem oder lieber eine gesunde Quinoa Bowl?

Auch wenn nicht viel auf dem Spiel steht, denken wir tagelang über das nächste Urlaubsziel oder das Modell und Konfiguration des neuen Autos nach. Mancher fällt bei der Auswahl des nächsten Fernsehers anhand der Vielzahl an Modellen in Schockstarre. Dann gibt es auch noch die wirklich großen Entscheidungen im Leben. Welchen Beruf wähle ich? Wer ist der richtige Partner fürs Leben? Soll ich ein cooles Jobangebot annehmen oder lieber bei der aktuellen Firma bleiben? Ganz schön kompliziert, oder?

Auch im Berufsleben müssen wir immer mehr entscheiden. Konnte man sich im Zeitalter des Taylorismus auf das Ausführen von Anweisungen beschränken, werden einem heute laufend Entscheidungen abverlangt. Komplexität und schnell verändernde Rahmenbedingungen erschweren die Situation. Den Unterschied zwischen kompliziert und komplex lernst du übrigens später im Buch kennen.

Wie funktioniert jetzt das Entscheiden? Die meisten von uns haben weder in der Schule noch im Studium Entscheiden gelernt.

Und darum gibt es dieses Buch. Neben all den bereits existierenden Büchern zu und über das Thema Entscheidungen lernen wir jede Woche dazu. Das Wissen über die in diesem Buch beschriebenen Theorien, Denkmodelle und Werkzeuge haben wir uns über die letzten Monate und Jahre selbst erarbeitet.

Dieses Buch soll ein Praxisbuch sein, ein Werkzeugkasten, den du mitnehmen und in Situationen im Berufs- und Privatleben anwenden kannst. Damit du die Schrauben nicht mit dem Hammer in die Wand schlagen musst, haben wir eine große Anzahl an Entscheidungswerkzeugen gesammelt. Damit solltest du für die verschiedensten Situationen gerüstet sein.

Damit dir die Auswahl des richtigen Werkzeugs leichter gelingt und du einen Überblick über Theorien und Denkmodelle bekommst, haben wir ein entsprechendes Kapitel vorangestellt. Dabei geht es nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung der verschiedenen Theorien. Wir möchten einen ersten Einblick in die Themen geben – für mehr Details und Tiefe greifst du dann zu den Werken der jeweiligen Experten. Wir verstehen diese Theoriekapitel eher als eine Tapasbar, die den Appetit auf die entsprechende Literatur anregen soll.

Wie beim echten Handwerk, macht auch beim Thema Entscheidungen die Übung den Meister. Im letzten Abschnitt laden wir dich zum Experimentieren und Ausprobieren ein.

Viel Erfolg,
Nadja und Tobias

PS: Soll man das Buch eigentlich am Stück lesen oder lieber selektiv einzelne Kapitel herauspicken? Wie bereits gesagt, stellen wir uns das Buch als Werkzeugkasten vor, aus dem man regelmäßig bei einer Entscheidungssituation passende Theorien und Methoden herauszieht. Man kann das Buch aber selbstverständlich erst von vorne bis hinten durchlesen, um einen Überblick über die Theorien und Werkzeuge zu erhalten.

PPS: In manchen Kapiteln findest du eine Textbox mit Zusatzinformationen. Hier ist eine Übersicht der unterschiedlichen Varianten: