Funktionale Eignung
Funktionale Eignung stellt sicher, dass die Software alle notwendigen Funktionen bereitstellt, diese korrekt arbeiten und für die Anforderungen der Benutzer geeignet ist. Sie besteht aus verschiedenen Untermerkmalen:
Vollständigkeit sorgt dafür, dass alle wichtigen Funktionen vorhanden sind, die die Benutzeransprüche erfüllen. So vermeiden wir, dass Benutzer alternative Lösungen oder Workarounds suchen müssen, weil bestimmte Funktionen fehlen oder enttäuscht sind, weil die Software ihre funktionalen Bedürfnisse nicht abdeckt.
Korrektheit gewährleistet, dass funktionale Fehler und Fehlfunktionen minimiert werden. Dies steigert das Vertrauen der Benutzer in die Software, da sie sich auf die geforderte Genauigkeit der Ergebnisse verlassen können.
Angemessenheit stellt sicher, dass die bereitgestellten Funktionen für die Benutzer nützlich sind und ihren Anforderungen entsprechen. Unnötige oder überflüssige Funktionen, die die Software komplizierter machen könnten, ohne zusätzlichen Nutzen zu bieten, werden vermieden.
Diese Qualitäten können durch folgende Qualitätstaktiken erreicht werden, wobei zu beachten ist, dass viele der hier aufgeführten Qualitätstaktiken außerhalb des Wirkungsbereichs von Softwarearchitekten und Softwarearchitektinnen liegen. Dies liegt in der Natur des Qualitätsmerkmals „Funktionale Eignung“.
Anforderungsanalyse
Funktionale Anforderungen systematisch erheben, analysieren und dokumentieren
Anforderungsanalyse bildet die Grundlage für funktional geeignete Software. Die Bedürfnisse und Erwartungen aller Stakeholder werden durch Interviews, Workshops und Dokumentenanalyse detailliert erfasst, strukturiert und priorisiert. Systematische Prüfungen auf Vollständigkeit, Konsistenz und Realisierbarkeit stellen sicher, dass die Anforderungen korrekt und angemessen sind. Konflikte zwischen Stakeholdergruppen werden früh erkannt und aufgelöst. Das Ergebnis ist ein von allen Beteiligten abgenommenes Lastenheft, das als verbindliche Grundlage für die weitere Entwicklung dient und klare Abnahmekriterien für jede Anforderung liefert.
Fördert: Vollständigkeit, Korrektheit, Angemessenheit
Konsequenzen: Hoher Initialaufwand, aber Grundlage für zielgerichtete Entwicklung und Akzeptanz der Software.
#Anforderungsmanagement #Stakeholderanalyse #Lastenheft
User Stories
Anforderungen aus Benutzersicht formulieren
User Stories beschreiben kompakt und verständlich, welche Funktionalität ein Benutzer in einem bestimmten Kontext benötigt. Sie folgen dem Schema “Als [Rolle] möchte ich [Ziel], um [Nutzen]” und werden durch Akzeptanzkriterien ergänzt, die prüfbare Bedingungen für die Umsetzung definieren. Durch diese klare Struktur wird die Angemessenheit der Anforderungen sichergestellt, da sie direkt auf die Bedürfnisse der Benutzer eingehen. User Stories fördern die Kommunikation zwischen Entwicklern und Fachanwendern und stellen sicher, dass die entwickelten Lösungen tatsächlich den gewünschten Mehrwert bieten.
Fördert: Angemessenheit
Fördert auch: Bedienbarkeit
Konsequenzen: Umdenken und Übung beim Schreiben erforderlich, Gefahr von zu kleinteiligen Stories.
#UserStories #AgileEntwicklung #Benutzerfokus
Prototyping
Frühe Rückmeldungen zur Funktionalität und Benutzbarkeit einholen
Prototypen sind vereinfachte, unvollständige Versionen der Software, die ausgewählte Schlüsselfunktionen demonstrieren. Sie reichen von Papier-Mockups über Klick-Dummies bis zu funktionsfähigen Teilsystemen. Benutzer und Stakeholder erleben die geplante Funktionalität frühzeitig, bewerten sie und bringen Verbesserungsvorschläge ein. Das gewonnene Feedback deckt Missverständnisse bei Anforderungen auf und schärft das gemeinsame Verständnis aller Beteiligten. Prototypen reduzieren das Risiko von Fehlentwicklungen, weil Korrekturen vor der vollständigen Implementierung deutlich günstiger ausfallen.
Fördert: Angemessenheit
Fördert auch: Bedienbarkeit
Konsequenzen: Zusätzlicher Aufwand für die Entwicklung und das Überprüfen der Prototypen.
#Prototyping #Feedback #Risikominimierung